1. bundesweite Ukrainedemonstration am 17.12.2011

Tausende Tierschützer aus allen Teilen Deutschlands protestierten am vergangenen Samstag gegen die Tötung von Straßentieren in der Ukraine im Vorfeld der Fußball EM 2012. Mit Plakaten und Bannern wie „Kein Massenmord für Fußballsport“, machten sie auf den Zusammenhang von Fußballfreude und Tierleid aufmerksam, symbolisch wurde dieser EM die rote Karte erteilt. Die unermüdlichen Helfer verteilten Flyer und suchten aktiv das Gespräch mit Passanten. „ Viele haben noch gar nicht gewusst, was da in der Ukraine passiert, und sie waren sichtlich erschreckt darüber“, fasst es eine der vielen Organisatoren zusammen. An manchen Orten erhielten die Tierschützer Unterstützung durch Vertreter von Tierschutzorganisationen wie Greenpeace oder dem ETN Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. Am Abend wurden in allen teilnehmenden Städten Lichter aufgestellt für die getöteten Tiere. In Berlin wurde lautstark auch vor der rumänischen Botschaft demonstriert, da die Lage in Rumänien für die Straßentiere vergleichbar schlimm ist.

Vorausgegangen war den Kundgebungen eine breit angelegte Facebook-Kampagne unter dem Namen ‘Aktion „Fair Play – EM 2012 ohne Tiermorde‘, die Tierfreunde in ganz Deutschland mobilisierte. Bilder und Augenzeugenberichte aus der Ukraine gingen über das Netz, die die brutale Vorgehensweise der ukrainischen Behörden gegen die Streunerhunde auf ihren Straßen dokumentierten, um für die Fußball EM im nächsten Jahr ‚aufzuräumen‘ und den ausländischen Gästen ein ‚sauberes‘ Bild zu bieten. Zehntausende Hunde wurden bisher erschlagen, vergiftet, zum Teil bei lebendigem Leib in fahrbaren Krematorien verbrannt. Kopfgelder wurden gezahlt für jeden getöteten Hund. Aufgrund der ersten Proteste verkündeten die ukrainischen Behörden offiziell den sofortigen Stopp der Tötungen, sie gingen dessen ungeachtet jedoch weiter.

Aktion Fair Play hofft, mit der ersten Welle des Straßenprotests eine breite Basis in der Öffentlichkeit gegen dieses Vorgehen zu schaffen und die Medien mehr als bisher dafür zu interessieren. Erste Berichte über die Aktionen gab es auch schon in der ukrainischen und der rumänischen Presse. Die Videodokumentation des Aktionstags soll jetzt die Tierschutzorganisationen, die schon Kontakt in die Ukraine und nach Rumänien haben, in ihrer Arbeit unterstützen. Ziel ist es, dort umfangreiche Kastrationsprogramme zuführen, da Einfangen, Kastrieren, Impfen und Wiederaussetzen die einzig nachhaltige Methode zur Begrenzung der Streunerpopulation ist. Auch der von manchen Offiziellen jetzt angedachte Bau von Großtierheimen führt nur zur Vertagung des Problems.

Die UEFA muss sich mehr bewegen als bisher und sich stark machen für eine vernünftige Regelung im Sinne des „Fair Play“ für alle, auch die Tiere. Der DFB als mitgliederstärkster Fußballverband, die Nationalspieler – alle sollten ihre Stimme erheben für die Tiere. Auch die Sponsoren müssen sich jetzt einsetzen wenn sie keine blutigen Hände haben wollen. Das ist unsere Botschaft“, so Sonja Wende, Initiatorin der Aktion Fair Play. „In Rumänien ist im November ein Gesetz verabschiedet worden, das die Tötung nach ukrainischem Vorbild explizit erlaubt. Der rumänische Präsident muss sehen, dass die Menschen in Europa so etwas nicht wollen, denn er kann die Bewilligung noch verhindern.“ Die Videodokumentation der Aktionen vom Samstag ist an Wirtschaft, Politik, Fußballverantwortliche und Sponsoren gerichtet, sie wird jetzt auch an die Fanclubs der Fußballvereine versendet. Zu sehen ist das Video unter www.holidays4runaways.de, Stichwort: Aktion Fairplay für die Straßentiere, Berlin 17.12.2011.

Weitere Mahnwachen und Demonstrationen werden folgen, da kleine Teilerfolge noch lange keine umfassende Lösung sind und es zu befürchten steht, dass nach der EM, wenn das öffentliche Interesse erlahmt, alles weiter geht wie bisher. Langfristiges Ziel von Aktion Fair Play ist ein für alle Länder verbindliches Europäisches Tierschutzgesetzt, das die wirksamen Methoden verbindlich festschreibt und grausame Tiertötungen europaweit ächtet und unter Strafe stellt.

TERMINE-17.12.

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